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Diabetes mellitus und Arthritis erinnert, die sich in den letzten Jahrzehnten zu eigentlichen Volksleiden ausgewachsen haben. Demgegenüber wurde das der Gewichtsregulierung dienende, reine Natur-
produkt Chitosan in mehreren europäischen Ländern auf den Index gesetzt - zumeist in Verbindung mit allerhand diffusen bis abstrusen Hinweisen auf die potenzielle Gefährlichkeit und die angeblichen Schwierigkeiten bei der Abschätzung der Langzeitwirkung dieses Stoffs.
Mittlerweile bieten auch in Deutschland und in der Schweiz verschiedene Stellen - darunter auch einzelne Apotheken und Drogerien - die Substanz illegal an. Bisweilen handelt es sich dabei um zweit- und drittklassige Ware aus fernöstlichen Quellen, die für Allergiker tatsächlich gewisse gesundheitliche Risiken bergen kann. Denn qualitativ erstklassige Ware ist verhältnismässig teuer und würde die Gewinnspannen von 800 bis 2000 Prozent (!), welche die illegalen Anbieter zur Abdeckung allfälliger Klagen und Prozessrisiken einkalkulieren, arg schmälern. Hier liegt denn auch der Grund dafür, weshalb seriöse Rohstofflieferanten auf diesem speziellen Markt kaum zum Zuge kommen.
Damit wird jedoch der Gesundheit übergewichtiger Leute gleich in doppeltem Sinne ein Bärendienst erwiesen: Einerseits werden sie von Produkten ferngehalten, die ihnen bei der Lösung ihrer Probleme helfen könnten, und anderseits wird behördlicherseits dafür gesorgt, dass sich Personen, die sich diese Substanzen dennoch beschaffen, einem höheren gesundheitlichen Risiko aussetzen. Mit ihrer intransigenten Politik schaffen somit gewisse Gesundheitsbehörden geradezu die Probleme, die sie zu lösen vorgeben.
Bleibt somit die Möglichkeit, die Ware in den USA oder in Japan zu beschaffen. Auch da ist jedoch einiges an qualitativ mittelmässiger Ware im Umlauf. Ausserdem ist die Übersee-Beschaffung zumeist sehr teuer. Sie kommt preislich etwa auf das gleiche Niveau zu stehen wie eine Beschaffung über illegale Vertriebswege im Lande selbst. Dies treibt die Kosten einer Chitosan-Kur in ungeahnte Höhen. Denn zum Eliminieren von 10 Gramm Fett aus der Nahrung sind - je nach Qualität des Stoffs - zwischen 1 und 1,5 Gramm Chitosan erforderlich.
Chitosan wird derzeit vor allem in Hartgelatine-Kapseln angeboten - in Mengen von 200 bis 300 Milligramm pro Einheit. Mehr findet selbst in einer grossen Kapsel nicht Platz, da es sich um ein leichtes und relativ voluminöses Pulver handelt. Dies bedeutet, dass zur Elimination der Fettstoffe aus einer mittleren Mahlzeit mit einem Anteil von ca. 30 Gramm Fett bis zu 20 Kapseln geschluckt werden müssten - eine eher abstruse Vorstellung.
Preislich liegen die billigsten Angebote bei etwa Fr. 1.20 bzw. 80 Cents pro Gramm, während die teuersten ein Preisniveau von gegen 3 Franken bzw. 2 Euro pro Gramm erreichen. Das finanzielle Engagement für die Eliminierung der Fettstoffe aus einer einzigen Mahlzeit würde somit die stolze Höhe von 6 bis 12 Franken (bzw. 4 bis 8 Euro) erklimmen; einen Betrag also, der die Kosten einer selbst zubereiteten, schmackhaften Mahlzeit deutlich übersteigt. Dies kann ja nicht ganz der Sinn der Geschichte sein - ausser man könne oder wolle es sich leisten, für einen Anti-Ernährungseffekt dieser Art jeden Betrag hinzublättern.
Für Personen, die bei diesem Engagement die Verhältnismässigkeit wahren möchten, gibt es jedoch seit kurzem eine andere Möglichkeit, sich mit dem raren Stoff einzudecken: Chitosan, das für kosmetische Zwecke Verwendung findet und solches, das in der pharmazeutischen Industrie für Filtrierungsaufgaben eingesetzt wird, weist bisweilen eine bedeutend bessere Qualität auf als jenes, das in Kapseln gefüllt und an übergewichtige Menschen "verfüttert" wird. Dieser scheinbar paradoxe Sachverhalt hängt im wesentlichen damit zusammen, dass sowohl in der Kosmetik wie auch in der Feinstfiltration nur hochreines und äusserst fein gemahlenes Material verwendet werden kann.
Wird solches Material zu Ernährungszwecken eingesetzt, ergeben sich daraus zwei wesentliche Vorteile: Der feinere Mahlgrad bewirkt eine bessere Fettabsorption, während die höhere Reinheit ein geringeres Allergierisiko beinhaltet. Denn Meeresfrüchte-Allergien werden in der Regel durch Jod und/oder Proteine ausgelöst, die bei der Feinstverarbeitung des zumeist aus Crevetten- oder anderen Kleinkrebsschalen gewonnenen Chitosans grösstenteils ausgewaschen werden.
Gegenüber dem qualitativ zweit- und drittklassigen Chitosan, wie es heute bisweilen zu Ernährungs-
zwecken angeboten wird, hat das hochwertige Kosmetik- und Filterchitosan den spezifischen Vorteil, dass es nicht nur effizienter und verträglicher, sondern in der Regel auch viel preiswerter ist: Die Grammpreise liegen hier, je nach Menge und Quelle der eingekauften Ware, schätzungsweise zwischen 30 und 60 Rappen - und dies nicht selten bei zugleich 20 bis 50 Prozent höherer Fett-
absorptionskraft! Für Personen, die die Substanz als Mittel zur Regulierung ihres Körpergewichts ausprobieren wollen, kann es sich also durchaus lohnen, nach diesen effizienten und billigeren Präparaten Ausschau zu halten.
Allerdings ist dabei in Kauf zu nehmen, dass dieses "technische" Chitosan nicht so einfach zu schlucken ist wie jenes in Kapselform. Damit es sich überhaupt in eine verzehrfähige Form bringen lässt, muss es in Wasser aufgeschwemmt werden. Man nimmt dabei einen gehäuften Kaffeelöffel (etwa 3 Gramm) auf ca. 2 dl Wasser. Eine leicht mehlige, aber nicht unangenehme Geschmacks-
komponente muss dabei in Kauf genommen werden. Allerdings ist unbedingt darauf zu achten, dass dazu genügend Wasser getrunken wird; andernfalls kann es zu Verklumpungen kommen.
Wer sich an Geschmack und Konsistenz der mehligen Suspension in der Flüssigkeit stört, kann zusätzlich einen halben Kaffeelöffel Guarkernmehl einmischen. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass das Getränk sättigend wirkt und sich der Ballaststoff-Effekt verstärkt.
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