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Superhormon für guten Schlaf und langes Leben
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Die Altersuhr aufhalten?
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Zitate zum Thema Lebensverlängerung
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Die Mäuse des Dr. William Regelson
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Empfehlungen zur Anwendung und Dosierung
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Buchhinweise und Leseproben
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Bezugsquellen Präparate |
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Die Altersuhr aufhalten?
Unsterblichkeit ist ein alter Menschheitstraum. Unzählige Schrifts-
teller aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen haben sich an diesem Thema die Finger wundgeschrieben, Philosophen haben darüber sinniert, Theologen dazu meditiert und moralisiert.
Auch die Wissenschaft früher die Alchimie, später die Natur-
wissenschaft hat darüber reichlich Spekulationen an- und Thesen aufgestellt und diese in aufwendigen Entdeckungs- und Forscher-
arbeiten zu ergründen versucht. Doch wer immer sich mit dem Thema beschäftigte, blieb irgendwann an einer zentralen ethischen Frage hängen nämlich:
Wie weit dürfen wir es uns erlauben, unsere Altersuhr zu beeinflussen? Ist es moralisch zulässig, der Schöpfung ins Handwerk zu pfuschen, oder könnte es anderseits gar Pflicht und Aufgabe des Menschen sein, aus seinem Leben das beste herauszuholen auch was dessen Dauer betrifft?
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Inzwischen haben im westlichen Kulturkreis die moderne Medizin wie auch die Politik und die Juristerei in dieser Frage für Klarheit gesorgt: Die Medizin hat dokumentiert, dass sie am Grundsatz des Hippokratischen Eides zur unbedingten Erhaltung des Lebens festhält auch auf die Gefahr hin, dass dabei mitunter Patienten gegen ihren Willen mit allen Mitteln der Pharmazie und der neuzeitlichen Medizinaltechnik am Leben erhalten werden.
Umgekehrt wird in Politik und Justiz die Frage nach der Sterbehilfe äusserst eng interpretiert und sehr stringent behandelt selbst in Ländern, die für ihre liberalen Auffassungen bekannt sind. Auch hier geniessen also Schutz und Erhaltung des bestehenden Lebens absoluten Vorrang.
Auch die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Im 20. Jahrhundert hat sich die Lebenserwartung der Menschen in den Industriestaaten stetig gegen oben bewegt. Dies zweifellos als Ergebnis einer guten medizinischen Versorgung, aber auch eines höheren Bewusstseins und besserer Informationen über eine gesunde Lebensweise.
Heute haben Berufstätige nach ihrer Pensionierung noch viele Jahre vor sich, die sie auf vielfältige Art und Weise nutzen. Es ist die Phase, in der man endlich Zeit für sich selber hat und zugleich noch etwas vom Leben haben will. Dieser Anspruch ist völlig legitim und ebenso legitim ist es denn auch, wenn Senioren bestrebt sind, die ihnen verbleibende Zeit mit möglichst viel Leben zu erfüllen.
Leider beginnt sich jedoch bald einmal die "Altersuhr" unangenehm bemerkbar zu machen: Der Abbau der körperlichen Leistungsfähigkeit schreitet scheinbar unaufhaltsam voran bei den meisten nicht einfach langsam und stetig, sondern in kleineren und grösseren Schüben. Immer mehr gesundheitliche Probleme machen sich bemerkbar, wobei die Betroffenen instinktiv wahrnehmen, dass diese wohl kaum mehr vollständig zu kurieren sind. Und in der Regel stellt man nach dem Überschreiten der Schwelle zum 8. Lebensjahrzehnt früher oder später einmal besorgt fest, dass vieles von dem, was man gerne noch unternehmen würde, aufgrund des körperlichen Zerfalls nicht mehr möglich ist.
Schon seit Jahrzehnten sind deshalb namhafte Forscher auf der Suche nach dieser geheimnisvollen Lebensuhr, die die körperliche Entwicklung des Menschen steuert und bestimmt. Während langer Zeit galt die Auffassung, dass diese Funktionen der Hypophyse bzw. Hirnanhangdrüse und den von dieser produzierten Hormonen zuzuschreiben seien.
Diese These wurde inzwischen von den beiden Alters- und Hormonforschern Walter Pierpaoli und William Regelson auf den Kopf gestellt: Die Altersuhr des Menschen sei so führten sie 1994 an einem internationalen Medizinerkongress aus in der Zirbeldrüse zu suchen. Und sie lieferten nach ihren aufsehenerregenden Darlegungen auch gleich eine Begründung von einiger Evidenz:
Mit dem Hormon Melatonin produziere die Zirbeldrüse jenen Stoff, der dem Menschen einen erhol-
samen Schlaf und seinen Körperorganen einen wertvolle Regenerationseffekt liefere. Je weniger Melatonin nun aber die Zirbeldrüse bereitstelle, desto geringer werde die Regenerationswirkung des Schlafs. Und je weniger die Zellen und Organe in die Lage versetzt werden, sich zu regenerieren, desto stärker werde der Verschleiss und desto rascher schreite der körperliche Verfall voran. Zum Beweis ihrer These legten die beiden Forscher die Ergebnisse eines Experiments vor, welches sie mit Mäusen durchgeführt hatten: Junge Mäuse, welchen sie die Zirbeldrüse älterer Artgenossen einge-
pflanzt hatten, lebten dabei deutlich weniger lange als alte Mäuse, die im Gegenzug die entsprechen-
den Organe der jüngeren Tiere erhalten hatten. (Siehe dazu auch den Beitrag «Die Mäuse des Dr. William Regelson».)
Zur naheliegenden Frage, ob Melatonin auch das menschliche Leben wesentlich zu verlängern ver-
mag, existieren derzeit weder experimentelle noch empirische Untersuchungsdaten. Die Erfahrungen verschiedener Hormonspezialisten und Altersforscher mit Patienten, welche regelmässig Melatonin zu sich nehmen, deuten jedoch klar in diese Richtung. Es darf somit davon ausgegangen werden, dass das Hormon Melatonin nicht nur positive Wirkungen zugunsten eines erholsamen Schlafs und zur Überwindung des sogenannten "Time Lag" bei Flugreisen entfaltet, sondern noch eine dritte, nicht weniger faszinierende Anwendung kennt: die Verlangsamung der Altersuhr bzw. des altersbedingten Zerfalls der Organe.
Somit stellt sich, um diesen Fragenkreis zu schliessen, bloss noch eine entscheidende Frage: Was bringt eine Verlängerung der Lebenszeit dem Individuum und der Gesellschaft und was haben jene konkret davon, die diese Möglichkeit nutzen? Es sind vor allem drei Aspekte, welche ein vitales Alter als wünschbar und wertvoll erscheinen lassen:
Erstens: Die Gesellschaft erfährt durch Senioren, die noch rüstig sind, sich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte befinden und noch voll am Leben teilnehmen, eindeutig eine Bereicherung. Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht leisten die aktiven Senioren einen nicht zu unterschätzenden konjunktur- und beschäftigungswirksamen Beitrag
Zweitens: Lebenserfahrungen summieren sich und erreichen ihren Höhepunkt in der Reife des Lebens. Wenn deshalb ältere Leute bisweilen sagen, dass sie noch etwas haben wollen vom Leben, so meinen sie damit in der Regel, dass sie die erworbene Lebenserfahrung und Lebensweisheit gerne noch während einiger Zeit nutzen und geniessen möchten.
Und drittens: Vitalität sichert Senioren ihren Platz als integrierende Teile der Gesellschaft und bewahrt sie davor, dass über sie verfügt wird. Dies garantiert den Betroffenen nicht nur einen hohen Grad an Autonomie, sondern befreit sie auch vom unangenehmen Gedanken, anderen Menschen zur Last fallen zu müssen.
Aus dieser Optik heraus sind denn auch alle Vorkehrungen, die die Menschen zur Erreichung eines hohen Alters, einer möglichst guten Vitalität und einer starken Widerstandskraft in der dritten Lebensphase unternehmen, sowohl aus individualpsychologischer wie auch aus sozialethischer Sicht sehr positiv zu werten.
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