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Die Mäuse des Dr. William Regelson

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Die Mäuse des Dr. William Regelson


Hormon- und Altersforscher William Regelson, der zusammen mit seinem Berusfkollegen Walter Pierpaoli als eigentlicher Entdecker der Wirkungsweise des Melatonins gilt, hat ein aufsehenerregendes Experiment durchgeführt: Zum Beweis seiner These, wonach die Zirbeldrüse die eigentliche "Lebensuhr" darstelle, nahm er an einer Reihe von Labormäusen Transplantationen von Zirbeldrüsen vor.

Labormäuse sind "genetisch rein", d.h. sie weisen identische biolo-
gische Eigenschaften auf. Dies hat für die Wissenschaft einerseits den Vorteil, dass Transplantationen nahezu problemlos durchge-
führt werden können und nicht von den bei unterschiedlichen Individuen auftretenden Abstossungs-Erscheinungen begleitet sind. Und anderseits darf bei der Auswertung der Resultate davon ausgegangen werden, dass die Bedingungen für alle am Experiment beteiligten Tiere identisch waren, wodurch die Aussagekraft eine hohe Authentizität erreicht.

Bei seinem Mäuse-Experiment nun nahm der Forscher eine sogenannte "Kreuztransplantation" vor: Er implantierte die Zirbeldrüsen von 10 Mäusen, die zum Zeitpunkt der Operation 4 Monate alt waren, einer Gruppe von 10 anderen, damals 18 Monate alten Mäusen. Umgekehrt verpflanzte er die Zirbeldrüsen jener alten Mäuse in ihre jüngeren Artgenossen.Als Vergleichsgruppe dienten weitere 30 Mäuse, an welchen zur Schaffung identischer Bedingungen ein analoger chirurgischer Eingriff – allerdings ohne entsprechende Transplantation – vorgenommen wurde. Die mikrochirurgischen Operationen wurden allesamt unter Bedingungen durchgeführt, welche den Vorstellungen und Richtlinien eines erweiterten Tierschutzes entsprechen.

Alle Tiere erholten sich von den Eingriffen prächtig und wurden danach unter den absolut gleichen Bedingungen gepflegt wie vorher. Der weitere Verlauf des Experiments förderte ein zwar erwartetes, in seinem Ausmass aber dennoch erstaunliches Ergebnis zutage:

• Die Mäuse, an welchen keine Transplantationen vorgenommen wurden, erreichten ein Durchschnitts-alter von 720 Tagen bzw. 2 Jahren – was bei diesen Tieren einer normalen Lebenserwartung entspricht.

• Die jungen Mäuse, welche im Alter von 120 Tagen die Zirbeldrüsen ihrer älteren Artgenossen erhalten hatten, wurden dagegen im Schnitt lediglich 510 Tage alt.

• Dagegen erreichten die älteren Mäuse, die im Alter von 540 Tagen die Zirbeldrüsen der jüngeren, damals 120 Tage alten Mäuse erhalten hatten, ein Alter von nicht weniger als 1'020 Tagen.

Bei der Interpretation dieser Resultate muss man sich bewusst sein, dass die Ergebnisse von Experimenten mit Labormäusen nicht tel quel auf den Menschen übertragen werden können. In der Tendenz ihrer Grundaussage aber bestätigen sie, dass der Zirbeldüse ganz allgemein eine sehr wichtige, möglicherweise gar die entscheidende Funktion bei der Steuerung der Altersprozesse zukommt.