Melatonin - Wunderdroge oder Gefährliches Schlafhormon?

Das aus Serotonin im Gehirn produzierte Melatonin reguliert unter anderem die innere Uhr. Deswegen titelte das Magazin "Stern" einst in einem Ratgeber zum Thema Schlaf "Hormon mit Taktgefühl".

Bei den Amerikanern hat dieses Hormon den Ruf einer "Wunderdroge" und wird entsprechend oft konsumiert. Anders als in der Schweiz gibt es Melatonin in den USA aber auch in jedem Supermarkt frei erhältlich. Nachgewiesen ist allerdings nur eine Wirkung auf Jetlag und Schlafprobleme. An sich kein Anlass, ein umstrittenes Präparat zu werden. Und doch ist es so.

Melatonin - Wunderdroge oder Gesundheitsgefahr?

Die einen propagieren eine Wunderdroge, die anderen warnen vor einer potenziellen Gesundheitsgefahr. Anbieter werben mit Wirkungen in Richtung auf

  • verbesserte Schlafqualität
  • verlangsamten Alterungsprozess
  • Linderung von Winterdepressionen
  • Senkung von Augendruck
  • Vorbeugung gegen Parkinson

und Ähnlichem. Ein Buchtitel preist Melatonin gar als einen "Schlüssel zu ewiger Jugend, Gesundheit und Fitness" an.

Amerikanische Buchtitel fallen noch üppiger in Sachen Heilversprechen aus. Da wird Melatonin zum Immunbooster, Krebsverhinderer, Jungbrunnen und Wunderhormon schlechthin.

Dass man Hormone nicht einfach wie Bonbons essen sollte, weiß eigentlich jeder Mensch. Doch heutzutage scheinen wir dem Versprechen nach rascher Symptomlinderung und mehr Vitalität mehr Glauben zu schenken - vielleicht weil wir nichts mehr fürchten, als alt und krank zu sein. Die Werbestrategen bedienen sich dieser Angst und schaffen gerne das ein oder andere "Trostpflästerchen". 

Die harmloseste Aussage ist "Melatonin taktet die innere Uhr neu". Das nützt aber alles nichts, wenn wir nicht entsprechend unserer inneren Uhr leben.

Schlaflos in Seattle und anderswo

Als Minimum wird Melatonin all jenen angedient, die schlecht schlafen. Wahr scheint eher zu sein, dass der Körper mit steigendem Alter immer weniger Melatonin herstellt und ältere Menschen deswegen schlechter schlafen. Das hindert niemanden, Melatonin als "Verjüngungshormon", Haarwuchsmittel, "Potenzdroge" oder "Wundermittel gegen Krebs, AIDS oder Alzheimer" anzupreisen.

Für die Amerikaner war Melatonin "The hottest pill of the decade". Die meisten Werbeslogans sind übertrieben und teils sogar gefährliche Volksverdummung. Darüber geraten die tatsächlichen Eigenschaften eines Präparates leicht aus dem Blick.

Selbst seriöse US-Magazine wie "Nature" haben mit Fehlinformationen und nachlässig recherchierten Artikeln dazu beigetragen, dass Melatonin als Wunderdroge gilt. Wissenschaftliche Studien sind jedoch nicht zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen.

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